Mehrere Quellfassungen, ein Quellwasserreservoir, ein Zweikammerreservoir, ein 55 km weites Versorgungsnetz stellen den Trinkwasser- und Brauchwasserbedarf von täglich rund 1‘700 m3 in der Gemeinde Lachen und benachbarten Gebieten sicher. 1‘700 m3 entsprechen 1‘700‘000 Litern, für einen Tag. Jeder siebte Liter stammt aus der Quelle. Der grösste Anteil wird im Seewasserwerk der EW Lachen AG produziert. Wobei „produziert“ nicht der richtige Ausdruck ist, denn das Wasser selbst befindet sich bereits im nah gelegenen Obersee und wird zu Trinkwasser aufbereitet. Das Seewasserwerk ist seit 1983 in Betrieb.

Chemisch reines Wasser kommt in der Natur praktisch nicht vor und kann nur unter grossen Aufwendungen im Laboratorium hergestellt werden. Natürlich vorkommendes Wasser ist stets eine komplizierte Kombination von chemisch reinem Wasser mit gelösten und in verschiedener Weise physikalisch gebundenen Stoffen. Schon geringe Mengen anderer Stoffe verändern das Wasser in entscheidender Weise. In der Wasseraufbereitungstechnik sind daher Verdünnungen von 1 zu 1 Million entscheidend.

Die Anlage ist auf eine Leistung von 7‘500 m3 pro Tag ausgelegt und weisst einen vollautomatischen Betrieb aus.
Angesogen wird das Rohwasser aus dem Obersee durch eine 600 Meter lange Leitung. In der Endphase der Aufbereitung wird eine Javel-Lösung an der Ansaugstelle beigefügt, um das Problem mit den Wandermuscheln zu bekämpfen. Die Muschel hat die lästige Eigenschaft, an festen Gegenständen dicke Beläge aus toten und lebenden Tieren zu bilden, was zu einer Verengung der Zuflussleitung führen kann und damit die Betriebsfähigkeit gefährdet. Um die Muschel an der Vermehrung zu hindern, muss das Rohwasser beim Eintritt in die Seewasserfassungsleitung mit Javel gechlort werden, dass die frei schwimmenden Larven absterben.

Bei feinsten Verunreinigungen genügt die Filtration mit Mehrschichtfiltern allein nicht. Die Fremdstoffe müssen vor der Filtration zu grösseren Flocken zusammengeballt werden. Dies geschieht mit dem Beifügen von WAC, Aluminium-Polychlorsulfat. Es zeigt sich, dass sich durch diese Metallsalze kleine und kleinste Schwebestoffe im Wasser zu filtrierbaren Ballen miteinander verbinden.

Im Mehrschichten-Schnellfilter werden die Fremdstoffe an den Sandkörnern abgelagert. Die Technik kombiniert die Mehrschichtfiltration mit dem Bilden von Flocken mit WAC in der Weise, dass die Ausflockung im Sandbett stattfindet und dass ein Teil der Metallsalze direkt an das Filtermaterial angelagert wird, womit sich die Filterwirkung erhöht. Damit werden alle Schwebestoffe bis hinunter zu mikroskopischer Grösse aus dem Wasser entfernt.

Die Filtration wirkt nicht auf gelöste Stoffe. Die Entfernung solcher Stoffe ist notwendig, weil diese dem Wasser einen üblen Geschmack geben können oder das Wasser verfärben. Solche Stoffe können nur durch eine chemische Behandlung entfernt werden. Zur Anwendung gelangt die Oxidation mit Ozon, aktivem Sauerstoff. Als gefährlichste Fremdkörper gelten zu Recht Bakterien. Die Lebensmittelgesetzgebung setzt hier Vorschriften über die maximalen zulässigen Bakterienzahlen sowie über besondere Arten, welche überhaupt nicht vorkommen dürfen. Die Oxydation mit Ozon tötet die im Wasser vorhanden Bakterien ab.
Das ozonisierte Wasser wird anschliessend durch einen Aktivkohlefilter geleitet. Im Aktivkohlefilter werden hochmolekulare Kohlenwasserstoffe und sonstige chemische Verbindungen, die zu Geschmacksbeeinträchtigungen führen können, aus dem Wasser entfernt. Das Ozon selbst wird darin katalytisch zersetzt.

Obschon die im Wasser vorhandenen Bakterien weitgehend abgetötet werden, ist die Zugabe von Chlordioxid am Schluss der Aufbereitung als lang wirksames Keimhemmungsmittel vorgesehen. Das Chlordioxid wird als Netzschutz beigegeben und führt zu keinerlei Geschmacksbeeinträchtigung.

Das nun einwandfreie Trinkwasser wird über eine 850 Meter lange Leitung über 90 Höhenmeter ins Reservoir gepumpt. Von da aus ist es bereit, je nach Kundenbedarf, durch das 55 km reichende Wasserleitungsnetz zum gewünschten Wasserhahn zu fliessen. Jede Nacht wird im Seewasserwerk Rohwasser aus dem Obersee aufbereitet und das Reservoir neu gefüllt, um während dem Tag genügend Trinkwasser ins Versorgungsnetz zu speisen.